WZFG e.V. Berlin-Buch

Herrn Dr. Hans-Volker Pürschel

Robert-Rössle-Str. 10

13125 Berlin

 

 

Sehr geehrter Herr Dr. Pürschel.

der Präsident des Deutschen Bundestages, Herr Wolfgang Thierse, dankt Ihnen und den Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern des Appells für Ihren Brief vom 12. Februar dieses Jahres. ln den letzten Wochen erreichen Herrn Thierse zahlreiche Zuschriften. in denen Menschen dazu aufrufen. den Frieden zu erhalten und sich gegen einen drohenden Krieg im Irak aussprechen. Auch Bundestagspräsident Thierse setzt sich dafür ein, diesen Krieg zu verhindern und stattdessen den Waffeninspekteuren alle Möglichkeiten zur Entwaffnung des Iraks zu gewähren.

Einen prinzipiellen Verzicht auf die Anwendung militärischer Gewalt hält Bundestagspräsident Thierse zwar für nicht durchsetzbar. im Falle des Irak seien aber die Chancen einer gewaltfreien Problemlösung bei weitem nicht ausgeschöpft. Es gebe außerdem keine überzeugende Planung für die Situation nach einem solchen Krieg. Die Gefahr lang andauernder Konflikte im Irak und der gesamten, prekären Nahost-Region sind ein ebenso gewichtiges Argument gegen dieses "Abenteuer", wie die Befürchtung. dass islamistischen Terroristen neue Vorwände geboten werden.

Herr Thierse erinnert daran. dass durch die UN-Waffeninspektionen seit 1991 mehr irakische Waffen vernichtet worden sind als im Golfkrieg selbst. Natürlich muss die irakische Regierung umfassend -das heißt mehr als bisher - mit den Waffeninspekteuren zusammenarbeiten. Auch wenn sich dieser Prozess mühsam gestaltet, ist er der richtige Weg, denn nur so können kriegerische Auseinandersetzungen, unter denen die Zivilbevölkerung stets am stärksten leidet, verhindert werden. Wie der Beschluss der Staats- und Regierungschefs auf dem EU-Sondergipfel vom 17. 2. 2003 zeigt, ist dies das gemeinsame Ziel der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Der Streit innerhalb der EU, ob und wann die friedlichen Mittel ausgeschöpft seien, besteht allerdings fort.

Bundestagspräsident Thierse ist sich bewusst, dass die weit überwiegende Mehrheit der Menschen in Deutschland die Auffassung teilt, dass die Gründe für einen Krieg nicht überzeugend sind. Er dankt Ihnen für Ihre Unterstützung und möchte Sie ermutigen, sich weiterhin für die Erhaltung des Friedens zu engagieren.

 

Mit freundlichen Grüßen

Katharina Betke