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Sehr
geehrter Herr Dr. Pürschel,
im Auftrag von Herrn Ministerpräsident Dr. Stoiber danke ich
Ihnen für Ihr Schreiben. Er teilt Ihre Sorge um den Frieden. Am
29. Januar hat er im Bayerischen Landtag erklärt: "Wir
wollen Frieden. Frieden ist die beste Lösung. Ein Krieg ist
immer eine Katastrophe. Deswegen muss alles getan werden, damit
eine kriegerische Auseinandersetzung im Irak noch vermieden
werden kann."
Gleichzeitig hat sich Ministerpräsident Dr. Stoiber jedoch
stets auch dagegen gewandt, den Einsatz militärischer Mittel von
vorneherein kategorisch auszuschließen. Denn damit würde der
Frieden keineswegs sicherer. Zweifellos stellen
Massenvernichtungswaffen in der Hand eines Diktators eine ernste
Bedrohung für Frieden und Sicherheit auf der Welt dar. Und
ebenso zweifellos hat erst die glaubwürdige Androhung ernster
Konsequenzen durch die UNO-Resolution 1441 dazu geführt, dass
wieder Inspektoren im Irak ihrer Tätigkeit nachgehen können.
Ohne die Entschlossenheit der USA und die Geschlossenheit der
Weltgemeinschaft wäre dieses Einlenken des Iraks nicht zu
erreichen gewesen. Die bloße Anwesenheit der Inspektoren im Land
reicht aber nicht aus. Der Irak muss erheblich besser mit ihnen
kooperieren. Er muss von sich aus die Fragen beantworten, die der
Chef der Inspektionskommission, Hans Blix, in seinem Bericht an
die UNO benannt hat. Es geht dabei um große Mengen an
biologischen und chemischen Substanzen. Der Irak hat sich bereits
1991 dazu verpflichtet, diese gefährlichen Stoffe zu deklarieren
und vollständig zu vernichten, ist dieser Verpflichtung aber
bisher nur sehr unzureichend nachgekommen. Damit geht weiterhin
eine ernste Bedrohung vom Irak aus. Sie richtet sich auch gegen
Europa, auch gegen Deutschland. Ministerpräsident Dr. Stoiber
hält deswegen die Einschätzung für irrig, es gehe im
Irak-Konflikt einzig um die angeblichen Hegemoniepläne der USA.
Die Weltgemeinschaft muss weiterhin mit aller Kraft für die
Bewahrung des Friedens und für den Schutz vor der Bedrohung
durch Massenvernichtungswaffen und Terrorismus kämpfen.
Ministerpräsident Dr. Stoiber tritt deswegen dafür ein, dass
die vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen einstimmig
beschlossene Resolution 1441 konsequent eingehalten wird. Es
liegt am Irak, das Tor zum Frieden offen zu halten und durch
verantwortungsbewusstes Verhalten die in der Resolution
angedrohten ernsten Konsequenzen zu vermeiden.
Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
Bertold Flierl
Ministerialrat